Der Rote Palmrüssler (Rhynchophorus Ferrugineus)

Das Insekt ist ein sehr aggressiver bis 4,5 cm langer orange-roter Käfer mit einem rüssel­artigen Fortsatz am Kopf mit Ursprung aus den asiatischen Tropen (indonesien), der mit Palmenimporten aus Nordafrika eingeschleppt wurde. Die massive Eiablage der Weibchen erzeugt eine Vielzahl von Larven, die großen Schaden anrichten. In Spanien sind bereits tau­sen­de von Palmen verendet.

Roter Rüsselkäfer. Länge ca. 3 bis 4,5 cm

 

Die Larven haben einen creme­farbenen prallen Körper mit einem hartschaligen kastanien­braunen Kopf  und  einem starken Freßkiefer, mit dem sie sich rasch bis ins Mark im Inneren der Palme bohren, wo sie sich kunstvoll in einem Ko­kon verpuppen, bevor sie nach über einem Jahr wieder als Käfer schlüpfen.

 

Lebenszyklus

Von Mai bis Oktober hat der Palmrüssler seine hauptsächliche Aktivitätsphase, erklärt der Zoologe Jos Angel López von der Universität Murcia laut einem dpa - Pressebericht. Ein einzelner Käfer legt dann sofort mehr als 200 Eier, aus denen fressgierige Larven schlüpfen, die sofort ans Werk gehen.

Kritisch äußerte sich auch die Biologin Mabél Hidalgo in dem dpa-Interview, die die Unwissenheit vieler Behörden beklagt. Einig sind sich die beiden Fachleute, dass die Bedrohung vielerorts nicht ernst genug genommen werde. Deshalb ist es unbedingt wichtig den Palmen- bzw. Pflegeschnitt ausschließlich in den Wintermonaten bis spätestens März vorzunehmen, es sei denn ein sofortiges Eingreifen ist durch einen starken Befall auch später angezeigt.

 

Es gibt keinen festen bzw. geordneten Lebenszyklus beispielsweise über den Zeitraum eines Kalenderjahres. Der Zyklus beginnt mit der fortlaufenden Eiablage (ca. Mai-Oktober), Larvenbildung (ca. Juni- November), Puppenstadium (ca. Oktober-April), sowie das Schlüpfen (April bis Mai) usw. Somit sollte jeder Besitzer einer befallenen Palme berücksichtigen, daß sich eine wirksame Behandlung fortlaufend über 4 bis 6-wöchige Behand­lungsintervalle erstrecken muß (gesamt ca. 12 Monate). Hierbei sind zwei Behandlungsstadien zu berücksichtigen: 1. Präventiv (Eiablage) – Mai bis Oktober, 2. Aktiv (Larven und Puppenbekämpfung) – Juli bis April. Erst nach diesem Zyklus kann eine objektive Bewertung der Maßnahmen erfolgen. Einige von uns im Oktober 2010 vorgenommenen Untersuchungen befallener ca. 30 bis 40-jähriger Palmen ergaben, daß sich zur gleichen Zeit in den Blättern und im Stamm Eier, verschieden große Larven, Puppen in Kokons, sowie ausgewachsene Käfer befanden.

 

Natürliche Feinde werden dringend gesucht!

Natürliche Feinde des Insekts in den Ursprungsgebieten sind wegen der dort herrschenden feuchten Klimabedingungen neben Spulwürmern, Erreger wie Viren, Bakterien, Einzeller, aber auch Pilze, sowie ein einheimisches Eichhörnchen zu dessen Nahrung der Käfer und die Larven zählen. Das exzessive Roden von Urwaldregionen für die Schaffung von kilometerweiten Monokulturen zur Gewinnung von Palmöl, und der Verlust wertvollen landwirtschaftlich genutzten Ackerlandes für die Landbevölkerung führt dazu, daß die possierlichen Tierchen leider auch immer öfter auf dem Speiseplan der einheimischen Bevölkerung anzutreffen sind. Somit zeichnet sich auch dort ein rascher Anstieg der Plage ab.

Im Mittelmeerraum existieren, womöglich außer einiger Vogelarten und Kleinsäugetieren wie Mäuse und evtl. Baumratten, bisher keine signifikanten natürlichen Feinde weshalb sich die Insekten in rasender Geschwindigkeit in unserem Raum ausbreiten.

 

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