Ein Symbol des Südens verschwindet – die Palmen.

Krankheitsbild einer Palmenreihe am gleichen Standort (v.l.n.r.): 1: noch zu rettende infizierte Palme mit scheinbar intakten Blättern 2: extrem befallene Palme mit geneigten Blättern 3: verendete Palme

 

Nicht genug damit, daß die Palmen durch einen Schädling leiden – es sind gleich zwei Insektenarten, deren nimmersatte Larven unglaublichen Schaden verursachen, und nahezu zeitgleich aus entgegengesetzten Hemisphären eingewandert sind. Durch das Fehlen natürlicher Feinde haben sie in Mallorca und im Mittelmeerraum ein neues Paradies gefunden. Hier­bei handelt es sich um die Arten „Roter Palmrüssler“ (Rhynchophorus ferrugineus) und den Schmetterlings-Falter „Paysandisia-Archon“, beide hübsch anzuschauen jedoch mit verheerenden Folgen für das Symbol des Südens: Die Palmen.

 

Herkunft und Verbreitung

 

 

Rüssel-Käfer 


Der Rüsselkäfer kommt ursprünglich aus Südostasien, und verbreitete sich durch den Nahen Osten über Nordafrika bis nach Marokko. Dann wurde er durch den Import von Palmen auch nach Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und in nahezu alle Mittelmeerländer eingeschleppt. Auf Mallorca wurde er 2006 erstmals offiziell nachgewiesen. Hier hat er inzwischen hauptsächlich in den küstennahen Gebieten Schäden in Millionenhöhe verursacht. Aus den abgelegten Eiern (ca. 200) schlüpfen unscheinbare Larven (ca. 3mm), die dann zu wahren „Freßmaschinen“ werden.

Die auch als “Sagowurm“ bekannte Larve lebt in ihrer Ursprungsheimat Süd­ostasien im nähr­stoffreichen Teil des Sagopalmenstamms, wo sie das fas­erige und stärkehaltige Gewebe frisst. Sie kann aber auch andere stärkeproduzierende Palmen befallen. Verbreitet ist der Schädling vor allem in den Süßwassersümpfen wo er indigenen Völkern auch als Nahrungs­er­gänzung und wichtiger Eiweiß- und Proteinlieferant dient (z. B. Papua-Neuguinea, Borneo).

 

Paysandisia Schmetterling

 

Bei dem Paysandisia-Schmetterling handelt es sich um einen Schmetterlings-Falter aus der Familie der Castniidae, der in der südlichen Hälfte Südamerikas vorkommt. Der hauptsächliche Lebensraum befindet sich in Feuchtgebieten in Süd-Brasilien, Uruguay, Paraguay und im nordwestlichsten Argentinien (Chaco-Region). Die Art breitet sich gegenwärtig stark an den Küsten des Mittelmeeres aus. Bisher ist sie bekannt aus Spanien (Küstengebiete des Festlandes, Balearen), Frankreich (mittlere und östliche Pyrenäen, Mittelmeerküste, Rhonetal), Küstengebiete Italiens (Campania/Neapel, Marche/Rimini/Ancona, Sizilien), sowie in Griechenland. Mittlerweile wurden Exemplare selbst in Südengland entdeckt (Sussex). Die Einschleppung nach Spanien und Europa erfolgte möglicherweise Mitte/Ende der 90-er Jahre mehrfach mit aus Argentinien importierten Zier-Palmen.

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